Außenstelle Heidelberg

 

Fokus Balkan

Ein Planspiel zur Erweiterung der Europäischen Union

Seit ihren Anfängen ist die europäische Integration ein offener Prozess, der im Laufe der Zeit immer mehr Länder einbezogen hat. Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 hat die Europäische Gemeinschaft sieben Erweiterungsrunden durchlaufen. Die letzte Erweiterung der Europäischen Union im Juli 2013 um Kroatien ist von ganz besonderer Bedeutung, da mit ihr die Erweiterung der EU um Staaten des westlichen Balkans fortgesetzt wird und als ein Signal für die ganze Region verstanden werden kann, dass trotz unterschiedlichster Krisen in der Europäischen Union am Grundsatz der Erweiterung festgehalten wird. Bereits mit den historischen Beitritten von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern im Mai 2004 konnte der ehemalige „Eiserne Vorhang“, der Europa in Ost und West geteilt hatte, endgültig durchbrochen werden. Das europäische Haus umfasst nunmehr 28 vollwertige Mitglieder. Insgesamt sind es jetzt mehr als 505 Millionen Menschen, die in den Grenzen der EU mit 11,1 Billionen Euro ein Viertel des Bruttosozialprodukts der gesamten Welt erwirtschaften.


Jahr der Erstellung: 2011, letzte Überarbeitung 2018

Ausgearbeitet von: Holger-Michael Arndt, Markus W. Behne, Stefan Rappenglück, CIVIC-Institut für internationale Bildung - im Auftrag der LpB

Anzahl der Spielenden: mind. 25, ideal für Großgruppen

Zeitlicher Umfang: ca. 6 bis 8 Std.

 

Das Szenatio:  Unser Szenario konzentriert sich auf sieben weitere beitrittswillige Länder: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei. In der ersten Phase nach den Erweiterungen von 2004 und 2007 haben alte und neue Mitgliedsstaaten erste Erfahrungen mit den Chancen und Problemen der Zusammenarbeit in der großen EU der 27 gesammelt. Zusammen sind sie nun nach der Aufnahme von Kroatien im Jahr 2013 erneut mit der Entscheidung über die Aufnahme weiterer Mitglieder in die EU konfrontiert, denn alle verbleibenden sieben Staaten Südosteuropas haben angekündigt, sobald wie möglich einen Antrag auf Mitgliedschaft einzureichen. Die Institutionen der EU mit derzeit 28 Mitgliedsstaaten sind nun gefordert, auf diese historische Situation zu reagieren und in einem konfliktreichen Umfeld die notwendigen Entscheidungen für die nächste Erweiterungsrunde zu treffen. Soll die EU weitere Mitglieder aufnehmen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Und wann?

Vor dem Hintergrund dieser schwierigen Entscheidungen treffen heute die Europäische Kommission, der Ministerrat, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments und die Vertreterinnen und Vertreter der beitrittswilligen Länder zusammen, um die Modalitäten einer möglichen nächsten Erweiterungsrunde zu diskutieren. Sie alle müssen zu einer Entscheidung über die Zukunft Europas kommen. Die Europäische Kommission, die schon lange auf eine Fortsetzung des Erweiterungsprozesses drängt, steht einer Aufnahme von Beitrittsverhandlungen grundsätzlich positiv gegenüber. Das Europäische Parlament wird sich in seinen nächsten Sitzungen mit den Kandidatenländern beschäftigen. Doch zu welchem Ergebnis die 28 Außenministerinnen und Außenminister auf ihrem anstehenden Ratstreffen kommen, ist noch völlig offen.

 

 

 

Reihe PLANSPIELE

 

Fokus Balkan

Planspiel zur Erweiterung der Europäischen Union

Stuttgart 2019, 265 Seiten

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